Bernd Ulrich

Ulrich Bernd

Personenbeschreibung:

Bernd Ulrich, geboren 1960 in Essen und aufgewachsen im Ruhrgebiet, studierte Politikwissenschaften und Philosophie, Soziologie und Neuere Deutsche Literatur in Marburg. Zu Beginn der achtziger Jahre war er in der Friedensbewegung aktiv und organisierte Aktionen des zivilen Ungehorsams. Ende der achtziger Jahre war er als Mitarbeiter beim Fraktionsvorstand der Grünen im Bundestag tätig. Ab 1991 arbeitete er als freier Journalist und schrieb unter anderem für die Frankfurter Rundschau, die FAZ und die Tageszeitung. Nach einer längeren Reportagereise durch die USA und zwei Babyjahren fing er 1993 als Bonner Korrespondent bei der Wochenpost an. 1997 wechselte er nach Berlin und war zunächst sechs Jahre lang leitender Redakteur des Tagesspiegels.

Seit 2003 ist er bei der ZEIT: Vier Jahre lang war er stellvertretender Chefredakteur und Leiter des Berliner Büros, seit August 2007 arbeitet er als stellvertretender Chefredakteur und – bis Juli 2019 – als Leiter der Politikredaktion der ZEIT in Hamburg.

Neben seinen journalistischen Tätigkeiten ist Bernd Ulrich Verfasser mehrerer Bücher. Im Oktober 2019 kam sein Buch heraus zum Zeitalter der Ökologie „Alles wird anders“. Soeben erschien im Klett-Cotta-Verlag das Gesprächsbuch mit Luisa Neubauer „Noch haben wir die Wahl“.

Abstract:

Kränkung Klima Krise

Warum das Einfache so schwer zu machen ist 

Bei der existenziellen Krise im Mensch-Natur-Verhältnis stehen wir vor einem der größten Rätsel der Menschheit: die Krise ist bekannt, sie ist nicht mehr zukünftig, sondern drängende Gegenwart, sie ist nicht woanders, sondern überall, sie ist nicht abstrakt, sondern sinnlich greifbar - und noch dazu liegen fast alle technischen und intellektuellen Instrumente bereit, um die Krise einzudämmen, was obendrein - noch - mit relativ wenig Verzicht und Schmerz zu bewerkstelligen wäre. Dennoch wächst die Kluft zwischen dem, was getan wird und dem, was getan werden müsste, anstatt sich zu verschließen. Warum ist das so? Die Antwort liegt nicht auf dem Feld der Instrumente, es reicht auch nicht aus, die schönen Lösungen immer wieder zu propagieren. Das Offensichtliche ist schwächer als das Verborgene. Offenbar gibt es eine gewaltige Energie, die gegen das scheinbar so Einfache steht. Diese Energie gilt es zu analysieren, sonst kommen wir nicht weiter.