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Prof. Dr. Hans Anand Pant
Humboldt-Universität zu Berlin

Vortragstitel
„Legitime“ und „illegitime“ Heterogenitätsursachen: die Konzeption sozialer Disparitäten in der empirischen Bildungsforschung

Vortragszeit
Donnerstag, den 20.09.2018, von 10:30 bis 11:30 Uhr

Vortragsort
Raum S1

Abstract

Die Betrachtung von Leistungsdisparitäten ist in allen Large-Scale-Studien wie PISA ein zentrales Element. Dabei werden Leistungsdisparitäten in den immer gleichen Differenzkategorien (Geschlecht, soziale Herkunft, ethnische Zugehörigkeit, neuerdings auch sonderpädagogische Förderbedürftigkeit) berichtet. Unter meritokratischen Prämissen werden diese oft als „illegitime“ Ursachen angesehen. Dies offenbart ein implizit normatives Verständnis von Bildungsgerechtigkeit, das andere Ungerechtigkeitsursachen tendenziell ausblendet. Am Beispiel sozialer Herkunftseffekte wird argumentiert, dass eine pädagogische Betrachtung von Bildungsprozessen zu einem nuancierteren Verständnis von Leistungsdisparitäten führt als eine nur bildungssoziologische.

Zur Person

Hans Anand Pant ist Professor für Erziehungswissenschaftliche Methodenlehre an der Humboldt-Universität zu Berlin und Geschäftsführer der Deutschen Schulakademie. Pant hat an der Philipps-Universität Marburg Psychologie und Soziologie studiert und an der Freien Universität Berlin in Psychologie promoviert. Nach Forschungsaufenthalten an der University of Michigan und der Stanford University war er wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Schulqualität der Länder Berlin und Brandenburg und anschließend Ko-Direktor des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB). In seiner Forschung befasst er sich mit dem Transfer von Bildungsinnovationen, Kompetenzmessung in Schule und Hochschule sowie schulischen Netzwerken. Seit 2011 ist er Mitglied der Jury des Deutschen Schulpreises.